Intro

Baugemeinschaften boomen − der gemeinschaftliche Bau von Wohnungen hat sich in vielen Städten längst etabliert. Unterschiedlichste Gruppen von Menschen investieren in den gemeinsamen Bau der eigenen vier Wände. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch die Motivation Lücken zu schließen. Lücken die sich durch die immer weiter beschleunigenden Arbeitsprozesse und Wirtschaftsanforderungen in unseren Lebensprofilen abbilden. Die Menschen begreifen, immer mehr Gruppen unserer Gesellschaft werden systemisch betreut oder ganz abgehängt. Es reift die Erkenntnis, dass eine neue Balance gefunden werden muss. Etwas weniger Selbstverwirklichung, dafür etwas mehr Gemeinwohl. Oder anders gefragt: wohnen ja, aber wie wollen wir leben?

So bilden sich heute zunehmend Zusammenschlüsse von mehreren hundert Menschen, die nutzergetrage Quartiere neu entwickeln oder bestehende Nachbarschaften umbauen möchten. Mehr als um die Deckung des reinen Wohnbedarfs geht es dabei um integrale Formen des Zusammenlebens, die das Wohnen sowie die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, kleinräumige Produktion, räumliche Nähe, lokale Kreisläufe sowie kommerzielle und zivilgesellschaftliche Ökonomien miteinander verbinden.

NOSPOLIS thematisiert die Bedingungen und Potenziale dieser neuen städtischen und ländlichen Gemeinschaften. Das Symposium geht der Frage nach, wie in der kollektiven Entwicklung von Quartieren Raum, Infrastruktur und Verantwortung geteilt werden können, um eine auf expansivem Wachstum und hohem Ressourcenverbrauch beruhende Stadtentwicklung zu überwinden. Nospolis steht für eine Baukultur der Ko-Produktion und der praktischen Teilhabe an der Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes als Teil einer zellulär entwickelten Raumstruktur.